Was das für die Praxis bedeutet und was nicht
Für SAP-Bestandskunden ergeben sich dadurch spürbar mehr Freiheitsgrade bei der Gestaltung der eigenen Wartungs- und Supportstrategie. Das betrifft insbesondere:
- Aufteilung der SAP-Landschaft in mehrere Commercial Installations Landschaftsteile lassen sich technisch und vertraglich trennen und unterschiedlich betreuen lassen.
- Unterschiedliche Supportmodelle je Landschaftsteil je nach Kritikalität und Lebenszyklus des jeweiligen Systems.
- Neue Möglichkeiten zur Reduzierung nicht mehr benötigter Lizenzen durch Kündigungsrechte in den neu definierten Szenarien.
- Erleichterungen bei Carve-outs und Restrukturierungen durch klar geregelte Übertragungs- und Kündigungsoptionen bei Veräußerungen von Geschäftsbereichen.
- Breiterer Zugang zu Single Metric Contracts für größere Vertragsvolumina, die die Lizenzberechnung vereinfachen können.
- Geringere Kosten bei einem späteren Wiedereinstieg in die SAP-Wartung ohne die bislang üblichen Wiederaufnahmegebühren und mit geringeren Nachzahlungen.
Diese neuen Regelungen bedeuten aber nicht automatisch, dass ein vollständiger Ausstieg aus der SAP-Wartung für jedes Unternehmen sinnvoll ist. Entscheidend ist, welche Systeme weiterhin Herstellersupport benötigen, welche Landschaftsteile auch ohne SAP-Wartung stabil weiterbetrieben werden können und wo alternative oder hybride Modelle, etwa mit Drittanbietern, wirtschaftlich tragfähig sind. Eine pauschale Kündigung ohne belastbare Analyse der eigenen Landschaft kann zu Risiken bei Sicherheit, Compliance und Systemstabilität führen.